„Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu erfinden" Autor Frank Schätzing und Regisseur Tom Tykwer diskutieren über Zeit und Zukunftsvisionen

Berlin – „Von der Fiktion zur Innovation" war das Thema, mit dem sich zwei Visionäre ihrer Disziplinen am zweiten Tag des Internationalen Medienkongresses auseinandersetzten: Bestsellerautor Frank Schätzing („Der Schwarm") und Erfolgsregisseur Tom Tykwer (Lola rennt, Das Perfum) diskutierten unter der Moderation von ZDF-Kulturjournalistin Luzia Braun, wie Regisseure und Autoren ihre Vorstellungen und Ideen von Zukunft entwickeln.

„Die beste Art, die Zukunft vorauszusagen, ist, sie zu erfinden." Frank Schätzing begann seinen Vortrag mit einem Spiel, in das er das Publikum mit einbezog und veranschaulichte, wie die Vorstellung einer nahen Zukunft mit der individuellen Wahrnehmung der Gegenwart verwoben ist. Prognosen ließen sich schwerlich machen. Ebenso wie das Bild einer Vergangenheit nie losgelöst von seinem Betrachter sein kann, ist auch eine Zukunftsvorhersage selten allgemeingültig – oder zutreffend.

„Zeit ist relativ zur Fantasie und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind nur Erklärungsbegriffe." Tom Tykwer wies in seiner Keynote auf die Untrennbarkeit vergangener, aktueller und zukünftiger Ereignisse hin. Sein Kinogroßprojekt „Cloud Atlas", das im November Deutschlandpremiere hat, umspannt etwa 500 Jahre Zeitgeschichte und reicht bis in die postapokalyptische Zukunft. Die Erzählstruktur löst Linearität und Kausalität auf und stellt die Bezüge zwischen Ereignissen, Orten und Menschen in den Vordergrund. Tykwer führte gemeinsam Regie mit den Matrix-Machern Andy und Lana Wachowski bei dem Kinogroßprojekt. In der anschließenden Diskussion drehte es sich um die Verknüpfung von Inhalten und Technologien: Wissenschaft beeinflusse Fiktion, zugleich habe aber die Fiktion auch Auswirkungen auf Forschungsinhalte und -ziele. Dennoch stellten auch die innovativsten Technologien letzten Endes nur ein Mittel dar – und sei es auch noch so potent –, um das Wesentliche zu vermitteln: die Geschichte. Darin waren die beiden Visionäre sich ganz einig.

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Über den Internationalen Medienkongress
Der Internationale Medienkongress (03.-04.09.12, ICC Berlin) wird präsentiert von der MEDIENWOCHE@IFA. In Verbindung mit der IFA, der weltweit wichtigsten Messe für Consumer Electronics (31.08-05.09.12), dem M100 Sanssouci Colloquium (06.09.12) und zahlreichen weiteren hochkarätigen Events ist er eines der wichtigsten Branchentreffen Europas. Kongressveranstalter ist das Medienboard Berlin-Brandenburg in Zusammenarbeit mit der gfu, im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg und gefördert von der Medienanstalt Berlin-Brandenburg. Die IFA wird veranstaltet von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) und organisiert von der Messe Berlin. M100 ist eine Initiative der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International e.V.