Das war der Internationale Medienkongress 2011 - Teil 2
Ein erster Rückblick auf Tag 2 des Internationalen Medienkongresses



Unterseiten
TOP Keynote: Julian Assange
"We are part of shaping this history".
Wikileaks-Gründer Julian Assange hat per Liveschalte vor dem Publikum des Internationalen Medienkongresses gesprochen. Seine Keynote und das anschließende Interview zum Thema "Die Zukunft der digitalen Öffentlichkeit, über Transparenz und was diese für die Welt bedeutet" fanden vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse von vergangener Woche statt: Die Quellen der von WikiLeaks publizierten Informationen waren offengelegt worden, zunächst durch den britischen Guardian, schließlich auch durch WikiLeaks selbst. Seither wird WikiLeaks vorgeworfen, nachlässig mit seinen Informanten umzugehen und sie nicht ausreichend zu schützen. Erst vor wenigen Tagen hatten sich u.a. die New York Times und Der Spiegel, bisher Medienpartner von WikiLeaks, von der Plattform distanziert und die Veröffentlichung scharf kritisiert, weil sie Informanten gefährde. mehr
The New Big Thing? Neue Märkte, neue Geschäftsmodelle und neues Kapital
„Media is about connecting people“
Bis auf den letzten Platz besetzt war am Dienstagnachmittag das Panel, bei dem es um Unternehmen und Gründen im digitalen Zeitalter ging, um neue Geschäftsmodelle und, wie man sie finanziert. 2010 wurden erstmals mehr mobile devices verkauft als PCs – für Keynoter David Rowan, Chefredakteur der UK-Ausgabe des Wired Magazines, der Beginn einer neuen Ära. Sein Thema: „The new rules of media: winning strategies for New Business Models“. „We live in a mobile era“, fasste die massiven Veränderungen im Mediennutzungsverhalten zusammen, „and media is about connecting people“. mehr
Digitale Kommunikation und Vermarktung NextGen: Neue Werbestrategien zur Markenführung in der digitalen Welt
Digitalisierung stärkt Konsumentenmacht und führt zu tiefgreifenden Veränderungen für Werbung und Marketing
Die Veränderungen, die die Digitalisierung für Marketing und Vermarktung mit sich bringen, waren das Thema des Panels. In seiner Keynote stellte der CEO der Doyle Dane Bernbach Group (DDB), Dr. Tonio Kröger, heraus, dass in Zukunft Markenkommunikation nur noch erfolgreich sein wird, wenn sie eine gesunde Mischung aus fesselnden Geschichten mit persönlicher Relevanz bietet. Diese müssten es schaffen, Konsumenten in den Bann zu ziehen, sie zu aktiver Mitgestaltung einzuladen und im Endeffekt zur Kasse begleiten. mehr
Im Zeitalter der digitalen Nachrichten. Vom Qualitäts- zum Discountjournalismus?
"Man muss eine Nachricht zurück halten können, wenn nicht klar ist, ob sie so stimmt"
Wohin wird sich der Journalismus im Zeitalter der Digitalisierung entwickeln? Das war die Hauptfrage für das Podium, eingeleitet durch die Keynote des Nachrichtenanalysten Ken Doctor. Doctor zufolge ist das Interesse an Nachrichten heute größer als zuvor, was an der Allgegenwart der Smartphones und den dadurch bestehenden Möglichkeiten liege, Nachrichten ständig aktuell abzurufen. Wie aber sollen Verleger mit diesen Bedingungen umgehen, um ein neues Geschäftsmodell zu bauen? Noch befindet sich die Suche danach in den Anfängen, aber es gibt vielversprechende neue Ansätze. mehr
Verlage und das Internet - Status Quo und Ausblick
In dem Panel "Verlage und das Internet - Status Quo und Ausblick" diskutierten Dr. Thilo von Trott, Gruner + Jahr, Georg Konjovic, Axel Springer, Ronald Schild, MVD, Dr. Maximilian Schenk, VZnet, Oliver Vesper, smartclip, Julian Artopé, Skrill (Moneybookers) und Dr. Viola Bensinger, OLSWANG, über die immer noch aktuelle Frage, wie Verlage auch in der digitalen Welt erfolgreich und profitabel sein können. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Printprodukte auch in Zukunft noch nachgefragt und sich weiter entwickeln werden. Print ist dabei nur ein Medium, um Qualitätsjornalismus, den "content", zu transportieren. Weitere Medien wie Apps oder Soziale Netzwerke sind dazu gekommen, für die - in Ergänzung zu oder anstelle des gewohnten Abomodells - grundsätzlich neue Geschäftsmodelle entwickelt werden müssen. "Trial and error" sei dafür ein gängiges und durchaus auch zweckmäßiges Verfahren, um Nutzerwünsche zu erkunden. Dabei darf die Betrachtung jedoch nicht ausschließlich endkundenorientiert erfolgen, da auch die Nutzenimplementierung seitens der Verlage Nachfrage kreiert und damit Märkte ändert. Einigkeit bestand weiterhin darin, dass neue gemeinsame Plattformen wie Internetkiosks geschaffen werden müssen, um z.B. zu Apple ein Gegengewicht aufzubauen.
Digital Think Tank: Neue Trends, neue Geschäftsmodelle und innovative Technologien
„Nur noch die Oberfläche ist ausschlaggebend“
Blick in die Zukunft: Experten, Wissenschaftler und Marketing-Profis präsentierten ihre Visionen und Produkte für die Medienwelt von morgen, vorgestellt von Anton Waldt, Chefredakteur von De:Bug. Zu Beginn referierte Nicole Srock.Stanley, CEO von dan pearlman Markenarchitektur / Create Berlin über die Rolle des Designs in der digitalen Medienwelt. Während noch vor zwanzig Jahren das Design sich der Technik unterordnen musste, realisiert man heute nur noch die Oberfläche, nicht was dahinter passiert. mehr
Medienregulierung, Medienkonzentration und Wettbewerb
"Wir haben es mit einem antiquierten Medienkonzentrationsrecht zu tun", erklärte Dr. Richard Meng (Staatssekretär und Sprecher des Senats von Berlin) in seinem Grußwort. Bei einer Anpassung des Medienkonzentrationsrechts müsse es daher darum gehen, es so auszustatten, dass der Anschluss an die technischen Möglichkeiten der Medien erreicht wird und gleichzeitig die Sicherung der Meinungsvielfalt gewahrt bleibt. Während die Privatwirtschaft eine Anpassung des Medienkonzentrationsrechts wünscht - Christoph Keese (Konzerngeschäftsführer Public Affairs des Axel Springer Verlags) plädiert sogar für eine komplette Abschaffung -, sehen Insa Sjurts (Vorsitzende der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich - KEK), und der Chef der Staatskanzlei des Landes Rheinland-Pfalz, Martin Stadelmaier, keinen Handlungsbedarf. mehr
Urheberrecht vs. freies Internet?
Vom „Free Use“ zum „Fair Use“ ist es noch ein weiter Weg
"Gegen Online-Piraterie und freie Inhalte im Netz haben neue digitale Geschäftsmodelle einen schweren Stand“ , so Ronald C. Wheeler (Senior Vice President, Content Protection, Fox Group Legal, L.A., USA) in seiner Keynote beim Internationalen Medienkongress im ICC Berlin. Wheeler verwies auf Modelle in zahlreichen Ländern, darunter die USA, um illegale Downloads zu reduzieren und User besser aufzuklären, um sowohl die Leistungen der Kreativen zu schützen als auch neue Geschäftsideen zu ermöglichen. Deutschland, so der Fox-Manager, habe die Chance und die Verpflichtung, aus diesen Erfahrungen zu lernen.
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medienpolitik@IFA: Smart Radio - ein Medium erfindet sich neu
Neue Formate als Chance für Digitalradio
Der Erfolg des digitalen Radios hängt vom Interesse der Hörer und nicht von der Übertragungstechnik ab. "Smarte" hybrid-Radios werden die Zukunft des digitalen Hörfunks ebnen. Dieser Konsens stand am Ende der Panel-Diskussion "Smart Radio - ein Medium erfindet sich neu" im Rahmen des gfu-Formates medienpolitik@IFA. Entscheider diskutierten über die Zukunft des UKW-Hörfunks, von DAB+, Web-Radio und Radio-Apps. Mehrheitlich wurde die Notwendigkeit nach einer Endgeräte-Regulierung verneint. "Wenn wir interessante, spannende Programme und attraktive Geräte haben, ist das besser als jede Regulierung", so der Tenor.
medienpolitik@IFA: Smartphones, Tablets & Co. Rundfunk trifft Mobilfunk
Synergien von Rundfunk und Mobilfunk bieten tragfähige Lösungen für mobilen Medienkonsum
Die Zukunft von mobiler Mediennutzung liegt nicht im konfrontativen Wettbewerb zwischen Mobilfunk und terrestrischem Rundfunk, sondern in einer Kooperation beider Infrastrukturen: es müssen nur die jeweiligen Stärken beider Systeme genutzt werden. Darüber diskutierten am Dienstag Experten beider Welten auf dem 2. Panel des gfu-Formates medienpolitik@IFA. Von der integrativen Nutzung in Form hybrider Endgeräte können alle Marktteilnehmer profitieren, war man sich einig: Nutzer, Inhalteanbieter und Netzbetreiber.
Digitalisierungsbericht 2011
67,8 Prozent der deutschen Haushalte empfangen mittlerweile digitales Fernsehen.
Diese und weitere aktuelle Zahlen wurden heute während der Präsentation des Digitalisierungsberichts 2011 der Medienanstalten vorgestellt. Dabei betonte Dr. Hans Hege (ZAK-Beauftragter für Plattformregulierung und digitalen Zugang), dass sich die technologischen Entwicklungen des Internets immer stärker auf die Rundfunkwelt auswirken. Am Beispiel von Smart.TV diskutierten Michael Albrecht (ARD-Koordinator DVB), Dr. Rudolf Eyberg (Panasonic), Claus Grewenig (VPRT), Dr. Andrea Huber (ANGA), und Kai Riecke (BILD digital) über diesen Trend. Sie begrüßten die verbesserten Marktchancen durch die Etablierung einheitlicher Gerätestandards. Eine Herausforderung bleibe aber die Auffindbarkeit von Fernsehinhalten und zusätzlichen Diensten. Unter diesem Aspekt komme der Navigation besondere Bedeutung zu. Die Offenheit und Transparenz der Angebote auf den Smart-TV-Geräten sicher zu stellen, werde eine zentrale Aufgabe der Regulierung bleiben.
Sichere Identität: Von der Fiktion zur Wirklichkeit
„Es ist im Internet! Ist es denn sicher?“
Neuer Fokus beim Internationalen Medienkongress 2011 war die Integration von Wissenschaft und Forschung in der Sektion „Science Meets Content“. Unter dieser Überschrift wurde auch das Thema „Sichere Identität“ diskutiert: vor dem Hintergrund des veränderten Nutzerverhaltens im Internet – zunehmende Hinterlegung von Daten und Merkmalen im Netz – und dem Thema Sicherheit und Datenschutz.
Nach der Begrüßung durch Henning Heidemanns, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, präsentierte Dr. Bertram Nickolay vom Fraunhofer Institut die Fortschritte im Bereich der Mustererkennung und die Forschungsergebnisse zur Anwendung etablierter Methoden im digitalen Bereich. mehr
Screenings: Neuer Content, neue Plattformen, neue Vermarktung
Plattformen wachsen zusammen, Inhalte wachsen zusammen, alles verbindet sich. Was die IFA an neuen technischen Errungenschaften aus- und vorstellt, füllen die Content-Screenings der medienwoche@IFA mit Inhalt und Leben: Joel Berger von Google führte vor, wie die Suchmaschine schon längst nicht mehr nur Suchmaschine ist, sondern direkt zum Player für Filme und Anbieter unterschiedlichster Inhalte wird. Kristian Costa-Zahn vom UFA Lab brachte mit "Wer rettet Dina Fox?" ein Format von transmedial-interaktiv erster Güte mit: Im Netz gestartet, folgte die Fortsetzung der Krimigeschichte als Kleines Fernsehspiel im ZDF; den Mörder musste die Online-Community dann mit vereinten Kräften selbst ermitteln. Shirlene Chandrapal stellte das Londoner Unternehmen smartclip vor, das erfolgreich 360°-Werbung für Smart-TV anbietet, Ernst Trapp von Lovefilme präsentierte das Home Entertainment-System der Zukunft: DVDs per Post oder Online bereitgestellt, und Jeroen Elfferich aus den Niederlanden zeigte, was es auf dem "Second Screen" parallel zur herkömmlichen Fernsehunterhaltung jetzt schon an interaktiven Mitmachmöglichkeiten gibt.Screenings: Music. Media. New Radio - Trends, Geschäftsmodelle und Digitalstrategien
Digital, interaktiv, mobil - auf die veränderten Wünsche und Bedürfnisse der User reagiert die Musikindustrie mit neuen Formaten und Programmen. Bei dem Screening "Music.Media.New Radio" gaben Radiomacher und App-Entwickler einen Einblick in das, was möglich ist und was die Zukunft bringen wird. Philipp Eibach präsentierte die mobile App wahwah.fm, die Nutzern das ortsabhängige Senden und Hören von individuellen Radiostreams ermöglicht. Als Projektleiter Online der Berliner Philharmoniker stellte Alexander D. McWilliam die Digital Concert Hall vor, die mit gestochen scharfen Bildern und glasklarem Ton die Massen zuhause mit klassischer Musik erreichen will. Dass das traditionelle Radio mit redaktionellen Inhalten sehrwohl zeitgemäß sein kann, bewies Radioeins-Programmchef Robert Skuppin - und übergab an Gerrit Schumann, der mit simfy im Netz eine Plattform betreibt, über die 11 Mio. Songs jederzeit 100 Prozent legal abgespielt und in individuellen Playlists zusammengestellt werden können. Das Screening fand in Kooperation mit der Berlin Music Week statt.medianight '11 mit Boulevard der Stars
Last but not least
Prominente Gäste, volles Haus, Netzwerken bis weit nach Mitternacht: Am ersten Tag des Internationalen Medienkongresses feierten rund 1.000 Gäste aus Wirtschaft, Medien und Politik auf Einladung des Medienboard, der gfu und des Boulevard der Stars im Tipi am Kanzleramt ein. Kulturstaatsminister Bernd Neumann eröffnete das beliebte Branchen-Event; die Medienboard-GF Elmar Giglinger und Kirsten Niehuus sowie Georgia Tornow, Geschäftsführerin des Boulevard der Sterne begrüßten. Zum Feiern gekommen waren u.a. die Sterne-Preisträger Martina Gedeck, Anke Engelke, Jutta Hoffmann, Til Schweiger und Jost Vacano sowie viele weitere illustre Gäste. Besonderes Highlight auf der Bühne: die 101-jährige zweimalige Oscar-Preisträgerin Luise Rainer, die von London nach Berlin gekommen ist, um bei der Ehrung dabei zu sein. mehr Fotos



























































