Jörg Pilawa, Klaas Heuer-Umlauf, Joko Winterscheidt, Jörg Grabosch und Tom Sänger beim Entertainment Gipfel des Intenationalen Medienkongresses

„Am Ende zählt der Inhalt und nicht das Medium, über das er verbreitet wird“

Welchen Einfluss hat das Internet auf klassische TV-Formate? Mit dieser Frage beschäftigten sich im Rahmen des Entertainment Gipfels am Montagnachmittag die Entertainment-Experten Jörg Grabosch (Geschäftsführender Gesellschafter, Brainpool) und Tom Sänger (Bereichsleiter Unterhaltung, Show & Daytime, RTL) und die Moderatoren Jörg Pilawa, Klaas Heuer-Umlauf und Joko Winterscheidt. Internet und mobile Endgeräte bieten immer neue Möglichkeiten der Interaktion und damit neuartige Unterhaltungsangebote. Moderator Joachim Huber vom Tagesspiegel stellte die Frage: „Was macht sehr gute Unterhaltung überhaupt aus?“ Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es nicht allein darauf ankommt, ein gut gemachtes Programm zu zeigen, sondern an erster Stelle immer das Bauchgefühl, das emotionale Moment steht. Jörg Grabosch: „Am Ende zählt immer der Inhalt der Sendung und nicht das Medium, über das er verbreitet wird." Für Moderator und Produzent Jörg Pilawa ist das Internet zudem eine ideale Plattform, um neue Zielgruppen zu finden, die normalerweise das Fernsehen nicht nutzen. Allerdings räumte er ein: „Meine Erfahrung ist, dass wir unsere Zuschauer aufgrund der Altersstruktur meist nur via Gewinnspiele an das Internet binden können“. Für Tom Sänger ist der digitale Auftritt darüber hinaus nicht nur eine weitere Erlösquelle, sondern gehört heute mit zu einer umfassenden Markenbildung. Für ihn ist das Internet die logische Verlängerung einer TV-Show. Außerdem sei das Netz für viele Talente das Sprungbrett ins Fernsehen. Allerdings räumte der TV-Profi ein, eine Show - egal ob im Netz oder im TV - muss immer kreativ sein und gute Unterhaltung bieten. Die beiden Moderatoren Klaas Heuer-Umlauf und Joko Winterscheidt meinen, dass Unterhaltung allein nicht so wichtig sei, das Programm müsse einfach fesseln. „Es gibt kein eindeutiges Qualitätsmerkmal“, so Joko Winterscheidt, „man muss hängenbleiben“.

Mit einem Augenzwinkern fragte Moderator Dr. Joachim Huber die Runde, ob der Zuschauer die häufigen Senderwechsel der Moderatoren verzeiht. Während Tom Sänger von RTL glaubt, dass nur durch Konstanz ein Sender eine Identität zum Zuschauer aufbauen kann, ist Jörg Pilawa der Meinung, dass ein Wechsel oftmals für alle Beteiligten nur von Vorteil sein könne, wie im Fall von Markus Lanz. Bei RTL wurde er kaum wahrgenommen, erst beim ZDF konnte er seine eigene Persönlichkeit entfalten und zählt heute zu den beliebtesten Moderatoren im deutschen Fernsehen, so Pilawa.

Allgemeines Fazit der Runde: Der Wert von Unterhaltung hängt immer von emotionalen Momenten und den dazugehörigen Köpfen ab - ganz egal, ob im Internet oder im Fernsehen.